| Eine
nicht unerhebliche Hilfe im Kampf gegen Schädlinge
wird uns durch Säugetiere, Insekten und
Vögel gewährt, die unseren Garten
manchmal bevölkern, ohne dass wir es wissen.
Um ihre Aktionen gegen Schädlinge zu begünstigen,
müssen wir ihnen eine gesunde Umwelt schaffen
und ihre Entwicklung begünstigen. Deswegen
müssen Pestizide absolut tabu sein, denn
ihre Giftigkeit beschränkt sich nicht nur
auf die Arten, die man zu eliminieren wünscht.
Besonders die Tierarten, die am Ende der Nahrungskette
stehen (Säugetiere, Vögel) bezeugen
die schweren Auswirkungen, ausgelöst durch
Pestizide. Die am meisten gefährdeten Arten
sind aber die Insekten (vor allem Bienen und
Schmetterlinge) und die Kaltblütler wie
Reptilien und Amphibien.
Der
Igel
Dieses
kleine Tier, das vor allem nachts aktiv wird,
wiegt zwischen 500 g und 1,2 kg, es besitzt
ein ausgedehntes Territorium, das mehrere
Hektar erreichen kann. Der Igel jagt bei Nacht,
ist ständig auf der Suche nach Regenwürmern,
Würmern, Insekten jeglicher Art und Schnecken.
Sobald die Temperatur unter 10°C sinkt,
zieht er sich zum Überwintern zurück
und kommt nicht wieder hervor bis zum folgenden
Frühjahr. Wenn Sie einen Igel in Ihrem
Garten beherbergen wollen, reservieren Sie
ihm eine kleine ruhige Ecke. Eine Holzkiste
an einem trockenen Ort ohne Durchgangsverkehr
reicht ihm. Igel sind heute vor allem durch
Autoverkehr und Pestizide insbesondere gegen
Schnecken bedroht. Deshalb also keine Pestizide
im Garten.
Vögel
 
Spatzen,
Meisen, Amseln, Grasmücken oder Rotkehlchen
sind die natürlichen Verbündeten
des Gärtners, sie ernähren sich
von Schädlingen, von Insekten, Schnecken,
Nacktschnecken, Raupen. Sicherlich knabbern
sie auch unsere Erdbeeren oder unsere Kirschen
an im Sommer, aber das ist der Preis, der
für ihre Hilfe zu bezahlen ist. Wenn
Sie diese biologischen Helfer gegen Schädlinge
in Ihrem Garten aufnehmen wollen, pflanzen
Sie bevorzugt wilde Hecken, die eine echte
ökologische Nische für viele Vogelarten
darstellen.
Im Winter können Sie Ihre Verbündeten
mit Hilfe eines in entsprechender Höhe
(damit keine Katzen Zugang haben) angebrachten
Futtertrogs belohnen, den Sie mit Samen oder,
wenn der Winter besonders kalt ist, mit einer
Fettkugel füllen.
Spinnen
Sie
gehören zur Familie der Gliederfüßer.
Selbst wenn sie Farbe und Stil eines Insekts
haben, und derselben Familie angehören,
sind Spinnen keine Insekten. Man klassifiziert
die Spinnen bei den Arachniden zu den Skorpionen
und anderen Milben. Eine Spinne kann bis zu
fünfzehn Jahre in Ihrem Garten leben.
Bei der ziemlich häufig in Gärten
vorkommenden Gartentkreuzspinne ist das Männchen
sehr viel kleiner als das Weibchen. Im August
beginnt die Paarungszeit; die Männchen
werden dabei häufig von den größeren
Weibchen gefressen, deshalb bringen die Männchen
ihnen eine Opfergabe in Form eines Insektes.
Kreuzspinnen ernähren sich von Insekten,
die sie in ihren Netzen fangen können,
auch von Wespen, Hummeln, Bienen und Schmetterlingen
und stellen für den Gärtner eine
große Hilfe im Kampf gegen Schädlinge
dar.
Wespen
- Raubwespen und Schlupfwespen

Auch wenn Wespen nicht sehr beliebt sind,
sind sie doch gute Verbündete im Kampf
gegen Gartenschädlinge - unter der Bedingung,
dass man sie in Ruhe lässt. Wespen ernähren
sich von Fleisch, Insekten aller Art, Raupen,
Fliegen, Mücken, Spinnen, Läusen,
Flöhen usw.
Verwenden Sie auf gar keinen Fall Insektenfallen,
Sie töten damit nicht nur Wespen - und
die sind ebenfalls sehr nützlich - sondern
auch Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten,
die für die Bestäubung unverzichtlich
sind.
Die
Encarsia Formosa ist eine Art Schlupfwespe.
98 % dieser Wespenart sind Weibchen. Die Fortpflanzung
erfolgt durch Parthogenese. Die Eier der Tiere
werden auf Stängeln abgelegt, aus ihnen
schlüpft eine frei bewegliche Larve.
Ein ausgewachsenes Wespenweibchen ist nicht
größer als 0,6 cm. Ihr Kopf ist
schwarz und ihr Bauch zitronengelb. Das Männchen
ist ganz schwarz.
Die
Encarcia
formosa kann bei vielen Freilandpflanzen als
Gartenhilfe eingesetzt werden: Tomaten, Gurken,
Auberginen, Hibiscus, Gerbera etc. Damit die
Männchen aktiv werden, muss die durchschnittliche
Tagestemperatur 17° C betragen.
Käfer
Käfer
sind sehr nützlich für den Garten,
denn sie fressen Parasiten wie Nacktschnecken,
Schnecken, Apfelwickler, leider aber auch
Regenwürmer. Nach der Paarung werden
die Eier in die Erde gelegt, deshalb sollte
besonders aufgepasst werden beim Umgraben.
Die Larve ist ein genau so gefräßiger
Nützling wie der ausgewachsene Käfer
und muss deshalb genau so vorsichtig behandelt
werden.
D Die
Überwinterung findet entweder in der
Erde oder im Nest statt. Käfer sind Teil
der Ernährungskette im Garten. Sie fressen
Würmer und werden von Igeln gefressen.
Wie viele andere Arten, sind die Käfer
im Garten vor allem von Pestiziden bedroht.
|
Carabus
Monilis
|
Der
Goldlaufkäfer
|
Asseln
Asseln
sind Schalentiere, die man gewöhnlich
an feuchten Stellen im Garten findet. Sie
sind nachtaktiv und Aas- und Dung-, Mist und
Kotfresser, d.h. sie ernähren sich von
toten Pflanzen und tragen so zur Wiederverwertung
von Nekromasse (tote Pflanzenteile in einem
Ökosystem) bei. Wenn Sie Ihren Komposthaufen
umschichten würden, wären Sie überrascht,
wie viele Asseln sie dort finden. Dank dieser
kleinen Tiere unter anderem werden also
pflanzliche Rückstände in Ihrem
Garten verdaut und dann umgewandelt im wertvolle
organische Materie.
Marienkäfer
Man
begegnet dem Marienkäfer fast das ganze
Jahr über im Garten: von Winterbeginn
bis zum Herbstende. Die Marienkäfer vermehren
sich normalerweise zweimal im Jahr, sodass
die zweite Generation im Juli oder August
schlüpft und überwintert, bevor
sie wiederum im Frühjahr ihre Eier ablegt.
Für gewöhnlich leben die Marienkäfer
Mitteleuropas ein Jahr lang und überwintern
nur ein einziges Mal. Marienkäfer sind
im Kampf gegen schädliche Insekten eine
sehr große Hilfe. Die Hauptnahrung vieler
Marienkäferarten und ihrer Larven sind
Blatt- und/oder Schildläuse. Sie fressen
bis zu 50 Stück pro Tag und mehrere tausend
in ihrem Leben.
Marienkäfer
überwintern gerne unter Steinen oder
unter Baumrinden, in alten Baumstämmen
oder im Moos. Im Frühjahr legen sie von
50 bis 400 Eier an Pflanzen in Nähe geeigneter
Nahrung, meistens an einer Blattunterseite,
die von Blattläusen befallen ist. Nach
7 Tagen schlüpfen die Larven und während
der 3 Wochen, die ihr Wachstum dauern wird,
werden sie sich 3 - 4 Mal häuten und
etwa 9000 Blattläuse verschlingen. Es
wäre allerdings falsch zu glauben, dass
alle Marienkäfer sich von Blattläusen
ernähren. Jede Marienkäferart hat
ihre eigene Ernährung. So gibt es:
- Pflanzen
fressende Marienkäfer
- Champignons
fressende Marienkäfer
- Mottenschildläuse
fressende Marienkäfer
- Milben
fressende Marienkäfer
- Schildläuse
fressende Marienkäfer

Marienkäfer
beim Eierlegen |
Die
grüne Florfliege oder gemeine Florfliege
Die
grüne Florfliege ist ein natürlicher
Feind einiger Schädlinge des Gemüsegartens.
Ausgewachsen misst sie zwischen 10 und 15
mm, die Flügel sind transparent, der
Körper ist grün und ihre halbkugelförmigen
Facettenaugen schillern in Regenbogenfarben,
die Antennen sind sehr lang und fadenförmig.
Die ausgewachsene grüne Florfliege ernährt
sich von Pollen und Honigtau, den sie von
Blattläusen erhält. Sie fressen
Schildäuse, Läuse und Raupen, Milben,
rote Spinnen und sind so sehr nützlich
für den Garten. Auch die Larve der grünen
Florfliege ist eine gute Hilfe im Kampf gegen
Schädlinge im Garten: Sie verzehrt in
großen Mengen Blattläuse und rote
Spinnen, 30 bis 50 kann sie davon in einer
Stunde verschlingen.
|

Larve
einer grünen Florfliege
|
|